REICHSTAGSGEBÄUDE BERLIN


SITZ DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES

Das Projekt und seine Anforderung

Seit 1990 ist das Reichstagsgebäude an der Spree Sitz des Deutschen Bundestages. Internationale Aufmerksamkeit erreichte das Bauwerk im Sommer 1995 durch das Künstlerpaar Christo, die das Gebäude zwei Wochen lang mit einer rund 100.000m² großen silberfarbenen Plane verhüllten. Mit dieser Kunstaktion avancierte sich der Reichstag zum millionenfachen Publikumsmagneten und gilt auch heute noch als beliebte Sehenswürdigkeit.

Ab 1994 fanden umfangreiche Umbaumaßnahmen statt, das Gebäude erhielt unter anderem eine begehbare gläserne und markante Kuppel. Diese 800 t schwere und 23,5m hohe Kuppel besteht aus Stahl und Glas und misst 40 m im Durchmesser. Hier galt es, die in der Kuppel auftretenden Eigen- und Verkehrslasten in die darunter befindlichen Bauteile zu transferieren. Architektonisch bedingt sorgen der begrenzte Platz zur Kraftübertragung sowohl geplant hohe Verdrehwinkel für eine Herausforderung seitens der Statik.

Die Lösung

Aufgrund der durch die engen Platzverhältnisse auftretenden hohen Druckspannungen kam nur eine Lösung mit Calenberg stahlbewehrten Elastomerlagern in Frage.
Diese mussten zudem eine nicht zu unterschätzende Dicke aufweisen, um ein aufgrund der hohen Rotationswinkel bedingtes Aufliegen der darüber angrenzenden Balken zu verhindern, da dies zu Abplatzungen im darunter befindlichen Element führt. Das Sandwichlager Q wurde hier als geeignet erkannt und eingebaut. Zusätzlich sind im Reichstag bi-Trapezlager als Trittschall- und Erschütterungsschutz verbaut.

Zahlen und Fakten

Fertigstellung: 1995
Stadt, Land:  Berlin, Deutschland
Realisierung:  1994 - 1999

Eingesetzte Calenberg Produkte

Sandwichlager Q, bi-Trapezlager

Technische Merkmale Sandwichlager Q

Aufnehmbare Spannung
σR,d = 28 N/mm2

Max. Verdrehwinkel
t = 10 mm: αmax ≤ 40‰ | t > 10 mm: αmax ≤ 43‰

Dicke
10, 20, 30 und 40 mm

Temperaturbeständigkeit
-25 °C und +50 °C, kurzfristig bis +70 °C